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Gradwanderungen

Christin Lutze

Formen entstehen, fangen an sich zu verwandeln und verschmelzen in einer Bewegung. Erdige Farben und luftige Weite, gerade und geschwungene Linien verbinden sich zu architektonisch gestalteten Landschaften. Die Treppen der „Unsentimental Journey“  beginnen irgendwo und führen in surrealen Schwüngen, Kurven und Biegungen zielgerichtet ins Nirgendwo. Die  Spitzbögen einer verfallenen Kathedrale wirken wie eine überdimensionale Sonnenbrille, in der sich eine hügelige Landschaft spiegelt. Angedeutete Häuserzeilen wachsen vor Hügeln, hinter denen ein blass azurner Morgenhorizont rosa schimmert und einen warmen Sommertag ankündigt. Das Gelände ist menschenleer und scheinbar ohne Vegetation. Doch jedes einzelne Element atmet Leben.

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Schwebemomente

Peggy Berger

Ein schwimmendes Kind wird von einer Ente am Ufer bewacht. Ein Junge, mit einem kleinen Hund in orangener Schwimmweste an der Leine, entsteigt den Fluten und wirft die Frage auf, wer hier denn wen gerettet hat. Ein Bett schwebt in einem transparent bläulichen Farbenmeer, umhüllt vom sanften Faltenwurf eines Baldachins. Er scheint den androgyn wirkenden Tänzer in gewagter Sprungpose vor dem freien Fall ins Ungewisse zu schützen. Fließende Formen in zahllosen Pastellvarianten wechseln sich mit geometrischen Elementen ab, Gegenständliches amalgamiert mit Figürlichem und dem Hintergrund zu Momentaufnahmen der Wahrnehmung.

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Eigenwelten

Anke Ilona Nikoleit

Verschlungene grün weiße Serpentinen durchziehen eine lichte Gebirgslandschaft in graublau und rosa. Wie ein weiser Buddha ruht „Kaboi“ aus dem Volk der Unterwelt im Grunde einer erdigen Schlucht. Der in Öl ausgeführte Ahnherr der Karaja stammt aus den Mythen Brasiliens. Vor leuchtend blauem Hintergrund erhebt sich dynamisch „Ammit“ mit dem Maul eines Krokodils, der Mähne eines Löwen und dem Hinterteil eines Nilpferds. Dieses Wesen der ägyptischen Unterwelt frisst alle Herzen, die schwerer wiegen als die Feder der Göttin Maat. Eine sepiafarbene kolorierte Cyanotypie zeigt ein verendetes Rind, das den Hunger zweier Raben stillt. Im nachtblauem Himmel schützt ein dunkel gefiederter Vogel eine gelb gewandete japanische Eisprinzessin in seinen Schwingen.

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Wandlung

Kerstin Studt

Dynamisch kraftvolle Komplementärfarben wandeln sich in von sattem Blau getragene Feuerfontänen, durchbrochen von andersfarbigen Ornamenten und kurzen Pinseltupfern. Spiralen werden zu Schattenrissen, organische Formen wirbeln auf transparent wirkendem Hintergrund. Sie umhüllen die Schemen eines aus Blumenwolken strebenden weiblichen Körpers, der sich erst auf den zweiten oder dritten Blick entpuppt. Neonpink, Orange und glühendes Rot laden auf großformatigen Werken zum Feuertanz.

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Auflösung

Charlotte Bastian

Eine an norwegische Fjorde erinnernde Landschaft mit azurblauen Wasserflächen, gerahmt von sanft gerundeten Klippen, trägt den Titel „Warming3“. Sie enthüllt eine karg braune Felsformation, die durch das langsame Austrocknen des Sees nach Jahrmillionen unter Wasser freigelegt wurde. Auf den ersten Blick scheinen feurige Geysire zu beiden Seiten eines Weges eine schwefelgelbe Flüssigkeit zu spucken. Mittendrin ein Auto, dass in den Rauchnebeln beinahe unsichtbar wird. Doch diese unwirkliche Landschaft zeigt ein Anbaugebiet von Zuckerrohr, dessen Felder nach der „Ernte“ abgebrannt werden.

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Konturen

Kai Hellbardt

Strahlendes Gelb, karibisches Blautürkis und loderndes Rot kontrastiert gegen natürliche Haut Töne, steinernes Grau und lichtes sommerliches Grün. Die klaren Farben erhalten Plastizität durch scharfumrissene Linien in feinen schwarzen oder grauen Pinselstrichen. Sie heben Flächen hervor oder vertiefen die Dimensionen utopischer Bilderwelten und abstrakter Hauptstadtansichten.

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Polynésie

Andreas Zahlaus

Auf leuchtendem Blau bewegen sich vogel-, insekten- und fischähnliche Wesen in zartgrün und Rosa Pastell auf eine kräftig farbige Gestalt zu. Diese scheint nur von hellen Streifenmarkierungen daran gehindert zu werden, den Rahmen zu sprengen. Explosionsartig mit Farbtupfern übersät, wechseln sich orange, grüne und tiefblaue Flächen mit auf die Leinwand geklebtem Papier chinesischer Zeitungen ab. Mal stürzt eine Figur in den Tag, bis sie auf einem Flecken grün zur Ruhe kommt, dann wieder erhebt sich ein Schiff aus einem Formengeflecht und bahnt sich einen Weg.

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Herzstücke

Ulrike Neu

Sinnliche Farbenspiele in Magenta, Petrol und Gelbgrün, heiter beschwingte Pastelltöne und kraftvolle Konturen formieren sich auf den zweiten Blick zu der sommerlichen Berglandschaft am „Eider See“ oder enthüllen die üppigen Rundungen einer „Frau in Gold“. Wie der Hektik des venezianischen Karnevals entflohen, verharren geschnäbelte Wesen für einen Ruhemoment auf der Leinwand. Dort wandeln sie sich in eine unangreifbar wirkende „Frau in Blau“ oder eine „Vornehme Dame“. Neugierig beäugt diese mit langem Hals die Welt. In blassem Blaugrau, Türkis und dezentem Rosa wirkt sie zunächst abweisend distanziert, doch gleichzeitig scheint sich in ihrem Innern eine Energiesäule tänzerisch aus einem Korsett der Konventionen zu befreien.

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Die Freuden des Lichts

Anneli Schwager

Kraftvoll aufwärts strebende Spiralen aus azurblauem bis hin zu violett changierendem Farbenspiel drängen in weißgelb schimmernde Helligkeit. Ein Sämling, dessen „Durchbruch“ ans Licht das immerwährende Wachstum und Streben nach Vervollkommnung versinnbildlicht. Die „Kreuzung gelb-blau Y“ ordnet diesen Prozess in klar umrissene Bahnen und Strukturen aus jenen beiden Komplementärfarben. Eine aufstrebende Lichtsäule durchdringt und verwandelt Barrieren, indem sie den natürlichen Gesetzen nach Vervollkommnung folgt und Widerstände überwindet, um neue Dimensionen erkennen und integrieren zu können.

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Grenzgänge

Anneli Schwager

Ursprünglich klar umrissene geometrische Formen lösen sich auf und verschwimmen mit dem Hintergrund. Unaufdringlich leuchtende Farbschöpfungen erschaffen lichtdurchflutete Wesenheiten, deren kontemplative Stille Zuversicht und „Hoffnung“ vermittelt. Erleuchtet von fünf cremeweißen und matt gelben Sonnen offenbart die „Stimmgabel“ ihre Klangwellen und dirigiert tänzerisch ein violett vibrierendes Universum. Aus einer verschobenen Mitte heraus flutet Gelb, wandelt Kreise in Bögen, verbindet und spiegelt blaugrün schattierte Flächen. Sie verschleiern den Schwung eines mit Säulenbeinen fest verankerten Körpers, bis sich ein blauer „Elefant“ dem Blick enthüllt.

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