Durchflussmessung und Strömungsüberwachung an einer Fernwärmeleitung

Durchflussmessung und Strömungsüberwachung an einer Fernwärmeleitung

Nicht anders als ein Trinkwasserversorgungsnetz sind auch Fernwärmenetze mit Netztrennpunkten ausgerüstet, um im Havariefall die beschädigte Leitung schnell und sicher absperren zu können. Die Absperrung hat dabei kontrolliert so zu erfolgen, dass keine Druckstöße ausgelöst werden, die zu Beschädigungen der Anlage führen könnten (Joukowsky-Druckstoß). Dazu ist die Funktionsgruppe der Schiebereinrichtung so aufgebaut, dass während der Schließung des Hauptschiebers Entlastungsströme durch zuvor geöffnete Umgehungsarmaturen geleitet werden. Darüber hinaus wird an der Absperreinrichtung die Strömungsgeschwindigkeit überwacht, die einen kritischen Wert nicht überschreiten darf.

Als ideale Lösung für diese Messaufgabe bewährt sich die eingriffsfreie Durchflussmessung mit FLUXUS.

Die Anbringung der Clamp-On-Ultraschallsensoren geschieht bei laufendem Betrieb, erfordert also keine Versorgungsunterbrechung und auch keinerlei Tiefbauarbeiten. Zur Einrichtung der Messstelle benötigt der Service-Ingenieur lediglich Zugang zum Schachtbauwerk, in dem die Schieberarmaturen untergebracht sind. Wegen der durch den Baukörper beschränkten ungestörten Ein- und Auslaufstrecken führten die Ingenieure des Fernwärmenetzbetreibers in Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland eigens eine Studie zur Evaluation der Messgenauigkeit durch. Im Vergleich mit einem hochgenauen Laser-Doppler-Velozimeter bei verschiedenen Schieberöffnungsgraden zeigte sich eine hohe Genauigkeit der zweikanalig aufgebauten  Ultraschall-Durchflussmessung mit FLUXUS.

Aufgrund der konkurrenzlos einfachen Installation und der unabhängig nachgewiesenen Messgenauigkeit werden nun im Berliner Fernwärmenetz sukzessive mehr und mehr kapitale Leitungen mit FLUXUS nachgerüstet. Die Ultraschalldurchflussmesser erfüllen dabei eine doppelte Funktion: Im – seltenen – Fall der Schieberbetätigung gewährleisten sie die Einhaltung der für die Strömungsgeschwindigkeit geltenden Sicherheitsgrenze. Während des Normalbetriebs ohne Schieberbetätigung arbeiten sie als Durchflussmesser und dienen als Messwertgeber zur Netzbilanzierung.

Vorteile

  • Erhöhung der Betriebssicherheit durch zuverlässige Strömungsüberwachung
  • Effizientes Netzmonitoring, optimierte Netztransparenz
  • Nachrüstung ohne Versorgungsunterbrechung - minimaler Installationsaufwand
  • Eingriffsfreie Messung ohne Verschleiß und ohne Druckverlust
  • Hochgradig kosteneffizient gegenüber magnetisch induktiven Messgeräten
  • Nachgewiesene hohe Messgenauigkeit trotz beschränkter gerader bzw. ungestörter Ein- und Auslaufstrecken