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Thomas Schallnau in der FLEXIM-Galerie

05.08.2009

"Die Wirklichkeit räume ich einfach um und male sie so, wie ich sie haben will. Ich wähle einen anderen Ausgangspunkt", beschreibt Thomas Schallnau seine Arbeiten. Auf den ersten Blick wird die Verfremdung nicht deutlich, vielmehr scheinen die in klaren, ausdrucksstarken Farben gemalten Landschaften und Gartenbilder eine realistische Abbildung der Wirklichkeit. Ausgewogene Proportionen und Dynamik täuschen das Auge, doch beim dritten und vierten Blick zeigt es sich irritiert und wandert auf dem Grad zum Surrealen. Ein neuer widersprüchlicher absurder Raum entsteht, in dem die Gesetze der Perspektive gebrochen und Naturgesetze außer Kraft gesetzt sind. Thomas Schallnau organisiert die Gegenstände der Wirklichkeit um: Schatten fallen in eine andere Richtung als es die Einstrahlung des Sonnenlichts erlaubt, der Wind weht gleichzeitig mit unterschiedlicher Stärke in gegensätzliche Richtungen.

Seit dem 5. August 2009 zeigt die FLEXIM Galerie eine kleine Auswahl der aktuellen Werke des Künstlers Thomas Schallnau. Gemalt mit Kreide, Aquarell, Acryl und Öl, fangen Mittelmeer- und Ostseelandschaften, Akte und Blumenbilder den Sommer ein.

Auf den Reisen der letzten Jahre sind zahllose Bilder entstanden, ein verlassenes Bergdorf auf Korfu, das langsam von der Natur zurückerobert wird und dessen menschenleere Häuser durch das frische Grün eine neue Lebendigkeit gewinnen. Die in Blau- und Grüntönen gehaltene Serie Ostseestrand macht Lust auf einen Ausflug: Morgens füllt sich der Strand mit Menschen, in der Mittagshitze scheint die Zeit still zu stehen, bis am Abend Wolken, Sand und Meer wieder Besitz ergreifen. Länger verweilen könnte man im Hafen von Rovy, möchte vom Hügel auf die langgestreckte Bucht herabschauen oder zur der Brücke über die Lupova. Wem die Landschaft vertraut ist, wird die Orte sofort erkennen, doch wer sie mit Fotos vergleicht, sieht die Verfremdungen. Thomas Schallnau hat den Häusern einen anderen Platz zugewiesen, und die Vogelperspektive kann nur von den Augen des Künstlers eingenommen werden. Ähnlich frei gestaltet sind die Garten- und Blumenbilder. Inspiriert von der Natur lässt sein Blickwinkel üppiges blaugrünes Wachstum und farbenprächtige Blütenexplosionen in gelb und magentarot entstehen, die von der Vorlage nie erreicht werden können.

Nach Abitur und Druckerlehre studiert Thomas Schallnau Grafik an der Kunsthochschule Berlin bei den Professoren Klemke, Wittkugel und Mohr und schließt sein Studium 1966 als Diplomgrafiker ab. Im Anschluss gründet er gemeinsam mit den Kollegen Reiner Flieger und Günther Wongel die selbständige Ateliergemeinschaft "Flieger-Schallnau-Wongel". Bis Anfang der achtziger Jahre entstanden dort zahlreiche Arbeiten für Politik, Film, Theater und Werbung. Etliche werden auf Kunstaus-
stellungen und Plakatbiennalen ausgezeichnet.

Thomas Schallnau gestaltet Plakate und Poster, zeichnet Buchcover, Kalender, Postkarten und Comics, illustriert Zeitschriften, entwirft Bildergeschichten für Fernsehsendungen, Programm- und Fernsehgrafiken. Für die Kinderbücher mit den Abenteuern des Elefanten Rudi Rüssel trägt Thomas Schallnau nicht nur die Illustrationen bei, auch der Text stammt von ihm. Die Kinderbuchreihe umfasst derzeit über dreißig Bände, seit 1987 wurden international mehr als 3 Millionen Exemplare verkauft. Die Freunde von Rudi Rüssel dürfen sich freuen: Ein Rüssel-Jahrbuch und ein Comic in Versen sind in Vorbereitung.

Arbeiten von Thomas Schallnau finden sich in Museen und Sammlungen. Das Deutsche Historische Museum Berlin kommentierte auf seiner Homepage den Irakkrieg mit Thomas Schallnaus Plakat zu Brechts Mutter Courage, heute wirbt die Universität Bern damit für ihren Germanistikstudiengang.

Den Weg von der Grafik hin zur freien Malerei beschreitet der 1940 geborene Künstler erst in den neunziger Jahren. Heute ist für Thomas Schallnau ein Leben ohne Malen undenkbar. Ob zu Hause oder unterwegs, die Bilder müssen aus dem Kopf auf das Papier. Ein Bild kann in wenigen Minuten entstehen, andere entwickeln sich in Stunden oder Tagen und es gibt sogar ein unvollendetes Werk, das seit fünf Jahren wächst. Seit neuestem hat er die Aktmalerei für sich entdeckt. Alle Aktzeichnungen, die in der FLEXIM Galerie gezeigt werden, entstanden im Jahre 2009. Sparsame Linien mit Kreide oder sogar Filzstift skizzieren die Kontur von Frau oder Mann, verleihen der Position des Körpers Gewichtung, zarte Aquarellfarben betonen den Ausdruck. Die Figuren schweben schwerelos im Raum. Auf den ersten Blick ausgeführt in der Tradition von Egon Schiele und Pablo Picasso, doch der zweite und dritte erkennt: In Wirklichkeit ist es ein Thomas Schallnau.

Autor: Sigrid Fontana, Berlin

Thomas Schallnau bei der Eröffnung seiner Ausstellung