So sehen wir das!

24.02.2016

So sehen wir das!

„Wo soll es denn hingehen?“ scheint sich der langmähnige Friesenschimmel mit dem roten Sattel zu fragen. „Auf die Anhöhe zur Marzahner Mühle, deren gelbe Flügel sich wild im Wind drehen oder doch lieber zu den Gebäuden in der anderen Richtung? Aber was haben von Rentieren gezogene Schlitten, geschmückte Weihnachtsbäume und Nikoläuse denn im anbrechenden Frühling verloren?“

Die Bilder von Marika und Paul stimmen auf die neue Ausstellung in der FLEXIM Galerie ein, die seit dem 4. Februar 2016 fünfundzwanzig Anregungen bietet, genauer hinzuschauen und ins Gespräch zu kommen. Das Thema diesmal: Umzug und Weihnachten, angeregt von Elke Käppler und umgesetzt von Kindern der FLEXIM Mitarbeiter. Mit Buntstiften, Wachskreiden und Wasserfarben, Zeichenpapier und Grundrissen der zukünftigen Firmenheimat ausgestattet, stellen achtzehn werdende Künstler zwischen 4 und 19 Jahren ihre Sichtweisen dieser aufregenden Anlässe vor. Ungewöhnlich präsentiert schweben ihre Zeichnungen, Collagen und Aquarelle an feinen Ästen wie Blätter an einem Baum und verstärken den Eindruck von heiterer Leichtigkeit.

Thymianblätter symbolisieren Grashalme, braunes Schleifpapier dekorative Bauelemente und das FLEXIM Logo ist schon angebracht. Benita sieht dem Umzug mit gelassenem Realitätssinn entgegen. Während die Handwerker noch letzte Arbeiten an der Fassade vollenden, warten schon die Umzugswagen vor der Tür. Mal abstrakt, mal mit liebevoll ausgeführten Details geschmückt, zeigen Alexander, Denny, Frida, Julia, Jasmina und Thoran freistehende Häuser in inmitten von baumgesäumten, sonnenbeschienenen Blumenwiesen mit Bänken, belebt von Vögeln und hinter großen Fenstern arbeiten fröhlich lächelnde Menschen. Die Fassaden, manche mit dem FLEXIM Logo versehen, leuchten in unterschiedlichsten Rotschattierungen, zarten gelb und blau Tönen und ihre erfrischende Komposition verleiht den Motiven eine beschwingte Dynamik. Maja hat aus Pappe einen Wolkenkratzer gebastelt und die vier Flächen mit Haus – und Baummotiven in den unterschiedlichen Jahreszeiten bemalt. Tara skizziert perspektivisch zwei ineinander übergehende Gebäude inmitten einer grünen Wiese, während Mila Zeitungsausschnitte koloriert und sie vor riesigen Schneeflocken zu einer sattfarbenen Hochhausszenerie zusammenfügt.

Dem Innenbereich schenkt Milan seine Aufmerksamkeit. Mit verschlüsselten Hinweisen und Linien verwandelt er den Gebäudegrundriss in eine geheimnisumwobene Schatzkarte. Tom und Vincent dagegen möblieren die Räume mit teils farbenfrohen Füllungen. Mit einer roten Seidenschleife durchwebt und naturgetreu aquarelliert, setzt die älteste Teilnehmerin Mareike ihre Interpretation des Neubaukomplexes als Weihnachtsgeschenk an alle Mitarbeiter künstlerisch um und verbindet so beide Aufgabenstellungen miteinander.

Linus lässt einen roten von Rentieren gezogenen Schlitten durch sein Buntstiftbild fahren. Eine leuchtende Fahrradlampe sorgt für Sichtbarkeit des himmlischen Gefährts, Geschenke liegen im Heck versteckt und weder Saft noch Sektglas fehlen. Auch Clark geht mit klar strukturierten Linien ins Detail. Jedes Stück der heimischen Weihnachtsdekoration ist auf dem Papier verzeichnet und auch heimliche Wünsche hinzugefügt: wie der Blick auf den Fernsehturm, der seit dem Wegzug aus dem Stadtzentrum fehlt und ein bunter Drachenschwanz, der Abenteuer in Natur und Wind verspricht. Käthe, Florian und Selma konzentrieren sich auf den Gabentisch vor dem Weihnachtsbaum. Bei Luisa bringen Weihnachtsmann und Christkind gemeinsam Geschenke zu den FLEXIM Mitarbeitern und Stella und Ben konzentrieren sich auf das Wesentliche: Ein streng geometrischer Weihnachtsbaum auf der einen, ein mit Strümpfen bestückter Kamin auf der anderen Seite, dazwischen die Aussicht auf schneebedeckte Berglandschaften. In sportlich dynamischer Haltung meistert der aquarellierte Skifahrer von Paul ein abschüssiges Schneefeld und Steilkurven. Auf einen azurblau leuchtenden Hintergrund hat Greta drei runde weiße Kreise zu einem Schneemann geklebt und mit wenigen Zeichenstrichen in einen lausbübischen Charakter verwandelt.

Allen Werken gemeinsam sind sowohl schwerelose Heiterkeit und Farbharmonie als auch eine beeindruckende Erd- und Naturverbundenheit. Lassen wir uns überraschen, welche Motive zu besonderen Anlässen einmal eine Grußkarte zieren werden. Text: Sigrid Fontana

Alexander Benita Ben Clark Denny
Florian Frida Greta Jasmina Julia
Linus Luisa Maja Marieke Marika
Mila Milan Paul Selma Stella
Tara Thoran Tom Vincent