Lutz Brandt

07.01.2006

Für eine repräsentative Werkschau des Berliner Künstlers reichen die Räume der Berliner Firmenzentrale von FLEXIM bei weitem nicht aus. Lutz Brandt hat es gerne groß. Seine Großgemälde an Häuserwänden setzen Akzente in der Stadtlandschaft. Wer über die Avus nach Berlin kommt, blickt am Dreieck Funkturm auf eines seiner Werke, wer sich in den Berliner Untergrund begibt, findet Arbeiten von Lutz Brandt in den U-Bahnhöfen Wittenberg-
platz und Prinzenstraße. Dazu kommt vielerlei Kunst am Bau. Skulpturen und Reliefs von Lutz Brandt schmücken zahlreiche öffentliche Gebäude.

Zur Kunst kam Lutz Brandt erst nach Umwegen. Im Alter von 26 Jahren begann er das Studium der Architektur an der Kunst-
hochschule Berlin-Weißensee bei dem Bauhaus-Schüler Prof. Selman Selmanagic. Nach Abschluss des Studiums wurde Lutz Brandt Meisterschüler für Malerei bei Prof. Walter Womacka. In den Jahren an der Kunsthochschule erwarb er die handwerklichen Grundlagen seines breiten Schaffensspektrums. Lutz Brandt arbeitete und arbeitet als Ausstellungsgestalter, Grafiker, Foto-
graf und Maler sowie als Bühnenbildner und Ausstatter von Film- und Theaterproduktionen. Nach seiner Übersiedlung in den Westteil Berlins Mitte der achtziger Jahre lehrte Lutz Brandt an der Berliner Hochschule der Künste. Zu den Höhepunkten seines Schaffens zählt Lutz Brandt die Mitwirkung an einer amerikani-
schen Filmproduktion in Zusammenarbeit mit dem zweifachen Oscar-Preisträger Ken Adam, der unter anderem die Ausstattung für die James-Bond-Filme besorgte. 1992 war Lutz Brandt an der Gestaltung des Deutschen Pavillons auf der Weltausstellung Expo 92 in Sevilla beteiligt.

Lutz Brandt ist ein Stadtmensch. Stadtphantasien und Stadt-
ansichten zeigen auch die meisten seiner bei FLEXIM ausge-
stellten Gemälde. In kräftigen Farben malt er Visionen von seiner Heimatstadt. Den Berliner Bahnhof Zoo verlegt er ans Meer, die Kantstraße säumen Palmen, im Hintergrund erstreckt sich die Wüste. Ein weiteres, ebenfalls von der Berliner Stadt-
landschaft inspiriertes Bild heißt "Paradies im Bau". Es ist gewissermaßen ein amerikanischer Blick, den er auf Berlin richtet; Licht und Landschaft erinnern an Las Vegas oder Los Angeles. Wenn er Paris und die Seine malt, begibt er sich auf die Spuren Edward Hoppers. Doch auch das Sehnsuchtsland der bildenden Künstler seit den Tagen Albrecht Dürers fehlt nicht im malerischen Repertoire von Lutz Brandt. Das geschäftige Treiben auf den Fluren von FLEXIM gerät so unversehens zum Flanieren quer durch Italien: Über den Corso Cavour zur Piazza de' Renzi, ein toskanischer Garten verspricht Einkehr und Ruhe.

http://lutz-brandt-art.de/

Lutz Brandt Bahnhof Zoo am Meer 2004, Öl auf Leinwand Hopper in Paris - Landungsbrücken 2003, Öl auf Leinwand