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Farbspiele: Lernen ist Leben - Regina Jahn

04.11.2015

Momentaufnahmen der Natur eingefangen in den vielfältigen Farbkompositionen der Jahreszeiten. Einzelne Details hervorgehoben durch wegweisende Linien, begrenzt von Wasser und endlosem Horizont. Kahle Bäume krallen sich in eine felsige Steilküste. In einer pastellblaugrünen Winterlandschaft am Meer mit vereister Gischt und schmelzenden Schneeresten erhöht ein reetgedecktes Haus eine Hügelspitze. Aus kräftigen Aquarelltönen entsteht eine Häuserzeile deren Umrisse sich in zarten Nuancierungen in der glatten Wasserfläche eines Kanals spiegeln. Farbspiele in Blau, Weiß, Gelb und Rot formieren sich zu dem Leuchtturm auf Hiddensee oder Fischerbooten auf stumpfbraunen Sand geschützt vor rauer See und lassen den Blick schweifen über ein frühlingsdunkles Meer und einen verschleierten Horizont. 

Eine Auswahl herbstlich anmutender Aquarellstudien der Stimmungsmalerin Regina Jahn zeigt die FLEXIM Galerie seit dem 19. Oktober 2015.  Erst spät fand sie zur Malerei, doch sie betrachtet sich nicht als Künstlerin sondern als lebenslang Lernende. Geboren 1949 im Bezirk Cottbus, arbeitet sie nach der Ausbildung zur Kindergärtnerin zunächst in ihrem Beruf, studiert Rehabilitationspädagogik und ist bis zur Wende in der Bezirksstelle für Rehabilitation in Neubrandenburg tätig. Sie absolviert ein weiteres Aufbaustudium in Rostock, führt eine Tagestätte für förderungsfähige Kinder, wandelt diese 1990 in eine Schule um und leitet die Einrichtung zwanzig Jahre. Parallel beginnt sie Malkurse zu besuchen, beteiligt sich an Gruppenausstellungen, zeigt ihre Arbeiten in einer Einzelausstellung in Neubrandenburg und lernt inzwischen bei dem Maler und Grafikdesigner Joachim Lautenschläger.  

Der Herbst mit seiner Farbenfülle ist ihre liebste Jahreszeit, die weite Seenlandschaft ihrer Heimat Mecklenburg Vorpommern und Reisen ans Meer schenken ihr eine Vielzahl an Motiven für ihre Landschaftsidyllen. Die karstigen Felsen Istriens ragen aus dem Türkis der Adria. Unwegsam gräulich gelbe Felsformationen überzogen mit sattgrünen moosigen Gewächsen  kontrastieren mit dornig rotbraunen Sträuchern vor einem blassblau transparenten Morgenhimmel.

Regina Jahn erobert die Landschaft mit Skizzenblock, Tuschkasten und Pinsel, Kreide und Acryl. Ihre individuelle Wahrnehmung des Moments verbindet die äußere Stimmung mit der inneren Befindlichkeit und wandelt sie in zartes Pastell. Sie nutzt Malerei als Mittel den Wert jeden Moments auszukosten, jegliches Zeitgefühl zu verlieren und in Farben zu schwelgen. In ihren Stillleben experimentiert Regina Jahn mit den Zwischentönen, mischt verschiedene Gelb- und Grünnuancen mit rötlichem Orange, Magenta verläuft zu Aubergine und grenzt an Umbra. Eine Schale mit gelben und weiß violetten Stiefmütterchen oder ein üppiger Sommerstrauß schmücken den Kaffeetisch, frische Äpfel und Quitten oder beiläufig sortierte Zutaten warten auf die Weiterverarbeitung. Zart welkendes lichtgrün einer Birke neben dunkelrot verfärbtem Ahorn und immergrünen Fichten schimmert in den Lichtreflexen der Herbstsonne. Ihre Impressionen unberührter Natur lassen den Blick ruhen, die Gedanken innehalten und gewähren eine  Pause vom Alltag. 

Einen Gegenpol zu den Arbeiten von Regina Jahn bilden zwei großformatige Werke des Malers und Grafikers Lutz Brandt - beide Aquarelle sind Leihgaben der Sammlerin Prof. Flieger – deren strenge Symmetrie die Einflüsse menschlicher Gestaltungskraft auf Stadt und Landschaft dokumentieren. Ein mit rundem Buchsbaum und konisch gewachsenen Zypressen exakt geometrisch angelegter Garten bildet den Vordergrund einer vom Verfall bedrohten und von Gerüsten gestützten Fassade in der Toskana. Ein von Pfeilern getragener Gründerzeitbau verteidigt seine Inselposition inmitten kantig glatter Hochhäuser der von  Kränen dominierten Baustelle des Potsdamer Platzes. Alles was nach oben ragt findet seine Entsprechung in der Tiefe.  Lutz Brand erzwingt in seinen Hochformaten eine Auseinandersetzung mit den widerstrebenden Gegensätzen von Zerstörung und Erhalt, Verfall und Wiederaufbau, Licht und Schatten, Natur und Zivilisation. 

Text: Sigrid Fontana