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Ahnungen - Kai Hellbardt

03.09.2013

Ein Mann steht in erwartungsvoller Haltung hinter einem Türrahmen. Seine Frau lehnt zufrieden lässig dagegen, ohne die Umrisse eines Messers zu bemerken, das sich schemenhaft aus dem Vordergrund auf sie zu bewegt. „Sie ahnt noch nichts“ titelt Kai Hellbardt dieses Werk und es ist eines der Portraits, die in den letzen zwei Jahren entstanden sind und seit dem 28. August 2013 in der FLEXIM – Galerie gezeigt werden.

Bei der Studie einer sitzenden Frau in weitem Gewand scheint nicht sicher, ob ihre Handgelenke gerade an die Armlehnen eines altertümlichen elektrischen Stuhls in einem kargen Steinverlies gefesselt werden. Hier ist noch alles möglich, denn diese in zarten graubraunen Tönen großflächig ausgeführte Skizze ist nur der erste Schritt auf dem Weg zum vollendeten Portrait und skizziert nur einen winzigen Bruchteil der zukünftigen Ausarbeitung. Wenn der Künstler in den nächsten Arbeitschritten die Details gestaltet, wird sich zeigen welches Schicksal diese Frau erwartet. 

Die aktuelle Ausstellung von Kai Hellbardt thematisiert vorwiegend den Entstehungsprozess eines Gemäldes. Obwohl erst im Anfangsstadium und in einem Zug mit Öl durchgearbeitet, werden bereits hier unzählige Farbnuancierungen sichtbar, die der Künstler aus einer Verbindung von Ocker, Umbra, Weiß und Schwarz entstehen lassen kann. Das Ergebnis seiner Nass in Nass Technik zeigt bereits im vorbereitenden Arbeitsgang viele Abstufungen und Schattierungen der Grundfarben, eine ausgewogen glatte Struktur und einen matt schimmernden Schmelz. Sein Verfahren verleiht nicht nur der „Profilstudie eines Mannes“ schon im ersten Schritt eine ausdrucksstarke Perfektion, die jeden weiteren Pinselstrich verbietet.

Nach einer Ausbildung zum  Maskenbildner besucht Kai Hellbardt die Kunsthochschule Berlin – Weißensee, siedelt 1988 nach Süddeutschland über und zeigt seine Arbeiten auf Ausstellungen in Stuttgart und Esslingen. Zurück in Berlin gestaltet er zahlreiche Illustrationen für Werbeagenturen und spezialisiert sich auf themenbezogene, großformatige Werke für Unternehmen. Neben zahlreichen surrealen Kompositionen widmet er sich der altmeisterlichen Portraitmalerei und malt in der ARD Dokumentation „Abenteuer 1900 - Leben im Gutshaus“ (2004) den preußischen Großgrundbesitzers Dr. Weber. Nach einer Ausstellung in Quingdao in China werden zurzeit noch in der Berliner Galerie Wöske einige seiner Portraits gezeigt.

Von der klassischen Portraitmalerei, die bis zum Zeitalter der Fotografie die Gesichter wohlhabender Menschen für die Ewigkeit festhielt, hat sich Kai Hellbardt gelöst. Nicht eine Pose bildet er ab, sondern er lässt eine surreale Situation entstehen, die sich in der Fantasie des Betrachters zu einer Schauergeschichte entwickelt. „Die Vögel“ zeigt eine Frau mit einer Katze auf dem Arm, deren Nasenrücken blutet. Auch die Arme der Frau zeigen kleine Kratzer und eine Wunde auf ihrer Stirn blutet. Erst auf den zweiten Blick fallen die Vögel ins Auge, die sich kampflustig mit hackbereiten Schnäbeln auf beide stürzen. Bei einem anderen Entwurf  wird ein riesige Reptil mit spitzen Zahnreihen und heimtückischen Blick in den nächsten Sekundenbruchteilen das Kleinkind im Vordergrund als Beute erkennen.

Dem Mann mit gefalteten Händen auf übereinander geschlagenen Oberschenkeln fehlen noch die Attribute, die dem Betrachter später einen Schauer über den Rücken rieseln lassen. Lässig souverän zwischen Tisch und Pflanze sitzend, weist sein weißer Kittel auf einen Arzt. Nach dem nächsten Arbeitsschritt werden wahrscheinlich eine Petrischale mit Organproben oder medizinische Präparate in Formalin neben einer gefüllten Kaffeetasse und Keksen auf dem kleinen Beistelltisch stehen. Bei einem großformatigen Doppelportrait zeigt schon der Entwurf, dass hier die Krise einer Partnerschaft beginnt und demnächst makabre Details die Natur des Zerwürfnisses verdeutlichen werden.

Die realistisch wirkenden Abbildungen liefern bereits in der Entwicklungsphase Hinweise auf eine irreale Welt und wir dürfen gespannt sein, mit welchen surrealen Elementen und Gruselkomponenten Kai Hellbardt seine Entwürfe noch ergänzen wird. Vielleicht werden uns die vollendeten Werke in einer zukünftigen Ausstellung wieder begegnen.

Text: Sigrid Fontana

Studie sitzende Frau - 100x140 Öl auf LeinwandStudie - 60x70 Öl auf LeinwandDie Vögel - 70x90 Öl auf Leinwand